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Gesundheitsregionplus Stadt und Landkreis Rosenheim (Katrin Posch)
Hintergrund und Motivation
Berichte aus der Praxis, Workshops des Kreisjugendamtes an Schulen sowie Erfahrungsberichte des Landratsamtes Ebersberg haben verdeutlicht, dass der Missbrauch von K.O.-Tropfen in unserer Region eine zunehmende Relevanz besitzt. Über den unmittelbaren Moment des Missbrauchs hinaus sind die Betroffenen oft mit schwerwiegenden psychischen Traumata sowie körperlichen Schäden konfrontiert, die häufig mit sekundären Gewalthandlungen einhergehen. Es bestand daher ein dringender Handlungsbedarf, um sowohl die Prävention zu stärken als auch die Sichtbarkeit dieses problematischen Themas zu erhöhen.
Ziel
Unsere Kampagne verfolgt einen mehrdimensionalen Ansatz:
- Sensibilisierung: Potenzielle Opfer sollen dazu ermutigt werden, achtsam mit ihren Getränken umzugehen und präventive Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
- Solidarität: Angehörige und Mitmenschen sollen für die Thematik sensibilisiert werden, um insbesondere bei Festivitäten und Veranstaltungen gegenseitige Unterstützung und Hilfe zu gewährleisten.
- Abschreckung: Durch eine gesteigerte öffentliche Präsenz soll ein gesellschaftliches Klima geschaffen werden, das potenzielle Täter abschreckt.
- Sekundärprävention: Betroffenen soll ein angemessenes Verhalten im Verdachtsfall vermittelt werden, um eine zeitnahe und korrekte Unterstützung zu ermöglichen.
Das zentrale Informationsmedium ist das digitale Jugend-Magazin „Around“. Über den prominent auf allen Materialien platzierten QR-Code erhalten Betroffene und Interessierte Zugang zu fundierten Informationen über Schutzmaßnahmen, rechtliche Schritte und Anlaufstellen (Link: aROund Rosenheim | Schütz dich vor K.O.-Tropfen!).
Ein wesentlicher Pfeiler der Umsetzung ist die Einbindung von Kooperationspartnern aus den Bereichen Polizei, Beratungsstellen, Veranstaltungsmanagement und Getränkeherstellung. Zur Unterstützung dieser Partner wurde ein digitales MediaKit bereitgestellt, welches die Nutzung des Kampagnenlogos für Social Media und eigene Materialien ermöglicht. Zudem bieten wir den Kooperationspartnern „Give-aways“ an, darunter gebrandete Bierdeckel, wiederverwendbare Silikon-Kronkorken für Flaschengetränke und Plakatmaterial zur Sichtbarmachung an strategischen Punkten von Veranstaltungen.
Für den Zeitraum Winter 2026/27 ist zudem mit Unterstützung der Kollegen aus dem Landratsamt Ebersberg, eine Multiplikatorenschulung geplant. Ziel ist es, insbesondere sozialpädagogische Fachkräfte, sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Beratungsstellen zu qualifizieren, um die Botschaften der Kampagne effektiv in die Breite der Gesellschaft zu tragen. Die begleitende Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wird das Thema auch zukünftig stetig präsent halten und wird durch die Pressestelle des Landratsamtes Rosenheim betreut.
Aufgaben der Geschäftsstellenleitung
Die Geschäftsstellenleitung der Gesundheitsregionplus war an der initialen Ideenentwicklung in gemeinsamer Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendamt beteiligt und übernahm zeitweise die Erstellung sowie die strategische Betreuung der Kampagne. In enger Abstimmung mit dem Jugendamt erfolgt heute eine flexible Aufgabenverteilung je nach Kapazitäten. Die Schwerpunkte liegen hierbei insbesondere auf der Koordination und Information der Netzwerkpartner, der Entwicklung der Kommunikationsstrategie sowie der Moderation zwischen den beteiligten Ressorts.
Ergebnisse und Lessons Learned
Die Resonanz in der Bevölkerung, insbesondere bei persönlichen Begegnungen auf Veranstaltungen wie dem Festival in Bad Aibling, war unerwartet positiv und groß. Es zeigte sich eine bemerkenswerte Offenheit der Bürgerinnen und Bürger. Die Erkenntnis, dass eine signifikante Anzahl von Personen entweder selbst oder über ihr enges Umfeld bereits von diesem Missbrauch betroffen war, unterstreicht die Notwendigkeit unserer Kampagne.
Fazit und Ausblick
Die Kampagne ist als langfristige, bedarfsorientierte Maßnahme angelegt und wird kontinuierlich weiterentwickelt. In den kommenden Schritten liegt der Fokus auf der Gewinnung weiterer Kooperationspartner aus der Getränkeindustrie, um die Reichweite der Materialien zu erhöhen. Interessierte können sich an gesundheitsregionplus@lra-rosenheim.de oder ko-tropfen@lra-rosenheim.de wenden.


