
© PantherMedia/olishchyshyna@gmail.com
Gesundheitsregionplus Landkreis Landsberg am Lech (Franziska Klügl)
Hintergrund und Motivation
Viele Kinder haben nur wenig Erfahrung beim Zubereiten frischer Mahlzeiten. Gleichzeitig beeinflusst Ernährung ihre Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Selbstständigkeit. Die Präventionswoche an der Mittelschule Landsberg setzte deshalb auf praktisches Lernen: Die Schülerinnen und Schüler sollten erleben, dass ausgewogene Gerichte einfach, günstig und schmackhaft sein können.
Ziel
Das Projekt richtete sich an drei sechste Klassen im Setting Schule. Ziel war es, die Ernährungskompetenz zu stärken, grundlegende Kenntnisse zu Hygiene und Küchentechniken zu vermitteln und Freude am gemeinsamen Kochen zu wecken. Zugleich sollten Teamarbeit, Verantwortungsbewusstsein und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gefördert werden. Das Kochbuch unterstützte den Transfer in den Familienalltag.
Zentrale Inhalte und Kernaussagen
Die Kochworkshops waren Teil einer Präventionswoche rund um das Theaterstück „FastFood“. Am Montag fanden vorbereitende Workshops statt. Am Dienstag wurde ein Kochworkshop, am Mittwoch wurden zwei weitere durchgeführt. Jeder Workshop begann mit einer Einführung in Personal- und Küchenhygiene sowie einer gemeinsamen Besprechung der Rezepte und Arbeitstechniken.
In Gruppen bereiteten die Kinder vegetarische Speisen für einen Galaabend zu, darunter Pizzaschnecken, grüne Wraps, Quinoa-Salat und Zucchini-Brownies. Zusätzlich kochte jede Klasse gemeinsam einen herzhaften vegetarischen Kaiserschmarrn, der direkt verkostet wurde. Die übrigen Gerichte wurden verpackt, beschriftet und gekühlt. Beim Galaabend präsentierten die Klassen ihr Buffet; anschließend feierte das Theaterstück Premiere.
Ein eigens erstelltes Kochbuch bündelte einfache und preiswerte Rezepte in kindgerechter Form. Die Planung und Umsetzung erfolgten gemeinsam durch die Gesundheitsregionplus, die AOK Bayern und die Mittelschule Landsberg. Die Finanzierung und Bereitstellung der benötigten Mittel wurden innerhalb der Kooperation abgestimmt.
Aufgaben der Geschäftsstellenleitung
Die Geschäftsstellenleitung der Gesundheitsregionplus entwickelte und koordinierte das Gesamtkonzept. Dazu gehörten die Abstimmung mit Schule und AOK Bayern, die Einbindung der Kochworkshops in die Präventionswoche, die Auswahl und Erprobung geeigneter Rezepte sowie die Erstellung des Kochbuchs und angepasster Rezeptkarten.
Weitere Aufgaben waren die Ablauf-, Raum- und Materialplanung, die Koordination der Küchenhilfen, die Abstimmung zu Hygiene, Lagerung und Ausgabe sowie die Öffentlichkeitsarbeit. Zudem bereitete die Geschäftsstellenleitung das Konzept so auf, dass es auf andere Schulen und Regionen übertragen werden kann.
Ergebnisse und Erfahrungen
Das Projekt wurde von der Schule und den beteiligten Einrichtungen sehr positiv bewertet. Die Kinder arbeiteten motiviert, lernten den sicheren Umgang mit Lebensmitteln und Küchengeräten und erlebten, dass sie selbstständig Gerichte zubereiten können. Besonders erfolgreich war das Kochbuch: Es stieß auch bei den Eltern auf große Resonanz und machte die Inhalte über die Projektwoche hinaus nutzbar.
Die Qualität wurde durch getestete Rezepte, angepasste Mengen, klare Zeitpläne, verständliche Arbeitsschritte, feste Hygieneregeln und ausreichend Unterstützung gesichert. Als wichtige Erfahrung zeigte sich: Kleine Gruppen, klar verteilte Aufgaben und ein direkt gemeinsam gegessenes Gericht schaffen schnelle Erfolgserlebnisse. Verpackung, Kühlung und spätere Ausgabe sollten von Beginn an mitgeplant werden.
Fazit und Ausblick
Die Verbindung aus Wissen, praktischem Kochen, Theater und öffentlicher Präsentation hat sich bewährt. Die Mittelschule möchte das Projekt im nächsten Schuljahr erneut durchführen. Auch die AOK Bayern plant, das Konzept weiteren Landkreisen anzubieten. Damit entwickelt sich das Landsberger Vorhaben vom Pilotprojekt zu einem möglichen Leuchtturmprojekt für praxisnahe Ernährungsbildung.

