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MoRe Life GmbH (Dr. med. Eckard Krüger)
Die Mobile geriatrische Rehabilitation (MoGeRe) ist ein bereits regelhaft verankertes, aber untergenutztes Instrument, das die zentralen Ziele einer nachhaltigen Gesundheitsversorgung im Sinne des Quadruple Aim of Healthcare (2008[i], 2014[ii]) berücksichtigt. Sie bietet ein evidenzbasiertes, skalierbares Setting, das Versorgungslücken bei hochaltrigen, multimorbiden Menschen schließt und zugleich ökonomische und arbeitsmarktpolitische Herausforderungen adressiert.
Mobile Geriatrische Rehabilitation (MoGeRe) ist in § 40 SGB V als Regelversorgung verankert, was die Leistungserbringung in stationären Pflegeeinrichtungen einschließt. Bayern hat seit 2009 eine landesrechtliche Ausgestaltung und verfügt mit zwölf mobilen Einrichtungen über rund 50% der bundesweiten Kapazitäten (Standorte: siehe https://bag-more.de/standorte/).
Struktur und Funktionsweise der MoGeRe
Mobile Rehabilitation wird durch ein ärztlich geleitetes multiprofessionelles Team im häuslichen Umfeld erbracht (Pflege, Physio- und Ergotherapie, Logopädie, Sozialarbeit, Psychologie/Gerontologie, Ernährungstherapie). Das bayerische Modell sieht in der Regel drei Behandlungstage pro Woche mit ein bis zwei Einheiten à 45 Minuten vor, ergänzt um ärztliche Visiten und Sozialberatung.
Die Zielsetzung folgt dem ICF-Modell[iii] , mit Fokus auf Teilhabe (z. B. Wohnen zu Hause, Mobilität im Wohnumfeld, Nutzung von Infrastruktur) und alltagsrelevanten Aktivitäten; Kontextfaktoren wie Kognition, Stimmung und Ernährung werden systematisch einbezogen. Durch die lebensweltnahe Behandlung in der eigenen Wohnung werden medizinische, pflegerische und soziale Interventionen eng miteinander verzahnt.
Quadruple Aim of Healthcare: Vier Ziele – eine Struktur
Das Quadruple Aim definiert vier gleichrangige Ziele moderner Gesundheitsversorgung: bessere Gesundheit, bessere Patientenerfahrung, geringere Kosten und bessere Arbeitsbedingungen für das Personal. MoGeRe adressiert alle vier Dimensionen in besonderem Maße und eignet sich daher als Referenzmodell für eine „Versorgung von morgen“.
- Bessere Gesundheit: Funktionelle Autonomie, Verbleib in der Häuslichkeit und Teilhabe stehen im Zentrum; die alltagsbezogene Zielsetzung ermöglicht nachhaltige Funktionsgewinne und reduziert Folgemorbidität und Pflegegradprogression. Die Behandlung in vertrauter Umgebung senkt das Risiko therapieassoziierter Komplikationen wie nosokomialer Infektionen, Stürze oder Delir, die jährlich Hunderttausende Patienten in Deutschland betreffen.
- Bessere Patientenerfahrung: MoGeRe respektiert Präferenzen (z. B. Wunsch nach Vermeidung stationärer Aufenthalte) und bindet Angehörige systematisch ein. Die Anpassung an Tagesstrukturen, Wohnverhältnisse und Ressourcen stärkt Selbstbestimmung, Würde und wahrgenommene Relevanz der Therapie.
- Geringere Kosten: MoGeRe kann bis zur Hälfte günstiger sein als eine stationäre Rehabilitation; gleichzeitig werden stationäre Pflegeaufenthalte verkürzt oder vermieden. Durch die Reduktion von Komplikationen und Pflegebedürftigkeit ergeben sich substanzielle Entlastungspotenziale für Kranken- und Pflegeversicherung.
- Bessere Arbeitsbedingungen: Mobile Rehabilitation bietet Fachkräften intensive Einzelkontakte, multiprofessionelle Teamarbeit, regelmäßige Fallbesprechungen und flexible Arbeitsmodelle. Digitale Lösungen für Termin- und Routenplanung, Dokumentation und telemedizinische Komponenten reduzieren administrative Last und erhöhen die erlebte Wirksamkeit der eigenen Arbeit – ein zentraler Faktor zur Bindung knapper Fachkräfte.
Skalierung und gesundheitspolitische Implikationen
Das Beispiel der MoRe-Life GmbH mit rund 120 gleichzeitig betreuten Patienten, fünf Teams und ca. 1600 Hausbesuchen pro Monat zeigt, dass MoGeRe bei konsequenter Digitalisierung und Prozessgestaltung in wenigen Jahren um den Faktor 20 skaliert werden kann – ohne stationäre Infrastruktur.
Gesundheitspolitisch bietet sich MoGeRe damit als Schlüsselbaustein für eine demografiefeste Versorgungsstrategie an: Sie stärkt rehabilitative Anteile in der Versorgungskette, unterstützt die Ambulantisierung, reduziert Folgekosten und verbessert zugleich die Attraktivität verschiedener Berufsfelder. Eine gezielte Ausweitung mobiler Rehabilitationskapazitäten – flankiert durch klare Indikationspfade und digitale Infrastruktur – kann wesentlich dazu beitragen, das Quadruple Aim in der Praxis zu erreichen.
Im Sinne einer stringenten Weiterentwicklung ist eine solche Versorgungsstruktur auch in der Lage, – integrierend – Elemente des Krankenhauses in der Lebenswelt von Patientinnen und Patienten anzubieten (Hospital-at-Home, 2025 [iv]). Die Kostenersparnis, der Gewinn für die Volksgesundheit, die Verbesserung der Behandlungserfahrung wie auch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen hierbei wären enorm.
Geschäftsstellenleiterinnen und Geschäftsstellenleiter der Gesundheitsregionenplus können diese Informationen gerne im Netzwerk der Gesundheitsregionplus weitergeben oder sich direkt an Dr. med. Eckard Krüger (Ärztliche Leitung und Geschäftsführung MoRe-Life GmbH) wenden, wenn Interesse an einer Umsetzung in der jeweiligen Gesundheitsregionplus besteht.
Informationen zur Förderung von Leistungserbringern der mobilen geriatrischen Rehabilitation (MoGeRe) in Bayern sind auf der Internetseite des StMGP verfügbar (https://www.stmgp.bayern.de/service/foerderprogramme/foerderung-der-anfangsphase-von-leistungserbringern-der-mogere/).
Kontaktperson:
Dr. med. Eckard Krüger
Ärztliche Leitung und Geschäftsführung MoRe-Life GmbH
Bahnhofstraße 25
95028 Hof
Mail: eckard.krueger@more-life.de
Fon: 09281-+49 9281 7960 340
[i] Berwick et al. (2008): The triple aim: car, health and cost. Health Affairs (Millwood), 2008 May-Jun; 27(3): 759-69
[ii] Bodenheimer T, Sinsky C (2014): From Triple to Quadruple Aim: Care of the Patient Requires Care of the Provider. Annals of Family Medicine, 2014 Nov/Dec: Vol 12, No 6
[iii] ICF – Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit: https://www.bfarm.de/DE/Kodiersysteme/Klassifikationen/ICF/_node.html
[iv] Brecher et al. (2025): Hospital@Home – ein innovatives Versorgungskonzept für die Gesundheitsversorgung der Zukunft. Rhön-Stiftung: https://www.rhoen-stiftung.de/versorgungskonzept-hospitalhome-zukunft-der-krankenhausversorgung-liegt-zu-hause/

