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In mehreren Gesundheitsregionenplus wurden in den letzten Jahren bereits ein Leitbild für das regionale Netzwerk oder einzelne Arbeitsgruppen erarbeitet. Zudem liegen fachliche Empfehlungen vor, die darauf hindeuten, dass die Erarbeitung eines Leitbildes ein geeignetes Instrument beim Netzwerkauf und -ausbau sein kann. Was zur Erarbeitung benötigt wird, welche Vorgehensweisen und Methoden sich konkret eignen und wie die Ergebnisse genutzt werden, war Thema eines kollegialen Online-Austausches der Geschäftsstellen im Januar.
Die vorgestellten Beiträge aus den Gesundheitsregionenplus Landkreis Aichach-Friedberg, Landkreis Lindau (Bodensee) sowie Stadt und Landkreis Aschaffenburg beleuchteten insbesondere das Zusammenspiel zwischen Geschäftsstelle und Akteuren bei der Erarbeitung des Leitbildes. Der Impuls zur Erarbeitung, die Moderation des Gesamtprozesses sowie die Ergebniszusammenführung und -Aufbereitung wurden primär von den Geschäftsstellen übernommen, während die Akteure in entsprechenden moderierten Gruppenformaten sowie im anschließenden Redaktionsprozess die inhaltliche Basis lieferten. Als gängiges Format hat sich ein Leitbild-Workshop herausgestellt, in welchem etwa in Anlehnung an die Leitfragen aus dem PEB-Manual „Netzwerkmanagement“ (1) an Metaplanwänden in Kleingruppen Input gesammelt wird und aus diesem im Nachgang durch die Geschäftsstelle ein erster Entwurf erstellt wird, welcher im Umlaufverfahren konsentiert und durch einen Gremienbeschluss finalisiert wird. Mehrere Workshop-Runden wurden dabei in einer Gesundheitsregionplus verfolgt, während in den anderen Gesundheitsregionenplus ein einmaliger Leitbild-Workshop ausreichend war. Ein solches Vorgehen wurde als von den Akteuren gut akzeptiert beschrieben, während eine darüber hinausgehende aktive Einbindung in Anbetracht oftmals knapper verfügbarer Kapazitäten als weniger zielführend erachtet wurde.
(1) Regionen mit peb. IN FORM (2014). Netzwerkmanagement. Smarte Ziele, Akteursgruppen, Kommunikation. Das Manual ist mittlerweile in einer neuen Version erschienen und ist nur Teilnehmende der Schulung „Multiplikatorenschulung Kommunale Gesundheitsmoderation“ erhältlich. Die Leitfragen können in ähnlicher Form auch in der Handreichung „Leitbildentwicklung für Netzwerke“ entnommen werden (Sander 2025).

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Insgesamt betonten die Teilnehmenden, dass der Prozess der Erarbeitung als mindestens ebenso wichtig zu erachten sei als die letztendlichen Ergebnisse in Form des fertigen Leitbildes. Der Erarbeitungsprozess kann das „Wir-Gefühl“ der Gruppe stärken und kann dazu dienen, dass sich die Netzwerkmitglieder untereinander besser kennenlernen und auf Grundprinzipien einigen – sowohl bei neu zusammengesetzten als auch bei länger bestehenden Gruppen. Das fertige Leitbild kann kurz und prägnant sein (Umfang ca. 1-2 Seiten) und kann u. a. für die Außendarstellung des Netzwerks und für Akquise und Onboarding neuer Netzwerkmitglieder genutzt werden. Dabei grenzt sich das Leitbild von den inhaltlichen Zielen und Strategien der Gesundheitsregionplus in den Handlungsfeldern oder auch der Geschäftsordnung dadurch ab, dass das Leitbild die übergeordnete Vision und das Selbstverständnis des Netzwerks beinhaltet. Das Leitbild ist jedoch prinzipiell auch auf Ziele und Strategien in den Handlungsfeldern erweiterbar. Darauf zu achten sei, dass möglichst viele Netzwerkmitglieder Input liefern sollten, damit das Leitbild tatsächlich das Spektrum der vertretenen Akteure abbildet. Die mittel- bis langfristige Nutzung im Arbeitsalltag spielt nach Erfahrung der Gesundheitsregionenplus eine eher untergeordnete Rolle– in dieser Hinsicht wurde die Frage ergebnisoffen diskutiert, in welchem zeitlichen Intervall oder zu welchem Anlass gegebenenfalls eine Überarbeitung des Leitbildes erfolgen sollte.
Bei Berücksichtigung dieser Einschränkungen wird die Erarbeitung eines Leitbildes von den Workshop-Teilnehmenden grundsätzlich empfohlen, insbesondere da man sich gut an den Materialien und den bisherigen Vorgehensweisen orientieren kann und der Erarbeitungsprozess als gut planbar gilt und ein relativ klar definiertes Aufgabenpaket umfasst.
Ein besonderer Dank gilt Monika Gabel, Christina Hüßner, Thomas Kaleja und Tanja Amersbach für die aktive Mitwirkung am Workshop bzw. die Bereitstellung Ihrer jeweiligen Arbeitsmaterialien. Die vorgestellten Präsentationen, beispielhafte Leitbilder der Gesundheitsregionenplus sowie die vorhandenen Handlungsleitfäden können in der Cloud abgerufen werden (letzter Abruf 02.03.2026).
Sie haben ein Thema für einen zukünftigen kollegialen Erfahrungsaustausch? Wir freuen uns über Ihren Themenvorschlag an gesundheitsregionplus@lgl.bayern.de!

